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Zweck meiner Existenz

 

Nur vorab zu meiner Verteidigung - John ist schuld!​

 

Zur Erinnerung - an mich adressiert lautet die Frage: Warum bin ich denn nun wirklich hier? Oder anders ausgedrückt: Was  ist meine ureigenste Aufgabe, die ich auf dieser Welt erfüllen soll?​Grundsätzlich stellen sich viele Menschen  diese Frage  ja schon seit  Jahrhunderten im Ergebnis mit manchmal philosophisch, religiös oder psychologisch anmutenden gedanklichen Höhenflügen. Die find ich allerdings ganz schön anstrengend  und waren bisher Grund dafür  mich  nicht damit zu beschäftigen.   Aber eines Tages fand die Frage, ohne dass ich danach gesucht hätte, von ganz allein und unerwartet ihren Weg zu mir  - durch ein Buch.  Mein Mann hat es mir  vor etwa zwei Jahren geschenkt, weil er dachte, er wolle mir ein paar neue Denkanstöße geben und auch weil der Klappentext  ihn selbst ansprach.

Von John Strelecky: „Das Cafe am Rande der Welt“. Dieser Mann hat mehrere Gaben. Eine davon ist brilliant mit Worten umzugehen. Ich mag seinen Stil wirklich sehr.Es geht darum, dass die Hauptfigur ein kleines Café mitten im Nirgendwo findet, das zum Wendepunkt in seinem Leben wird. Er wird dort mit drei Fragen konfrontiert, die erste davon: "Warum bist du hier?" Die Begegnungen im Cafe verändern seine Einstellung zum Leben und zu seinen Beziehungen und letztlich gerät die Reise zu einer Reise zu seinem eigenen Selbst.​Der Lebensschirm​Natürlich schließt sich da direkt die Frage an, ob das Buch denn auch die passenden  Antworten gibt. Ich würde sagen - Jein. Es bietet aber eine gute Hilfestellung. Beantwortet wird die Frage in dem Buch damit, dass jeder für sich selbst herausfinden muss, was der eigene  Zweck der Existenz denn nun ist. Und wenn man diesen kennt, dann kann man auch die Frage nach dem Warum beantworten.Zweck der Existenz. Aha. Was ist das jetzt wieder?Der Zweck der Existenz wird als  etwas  übergeordnetes Ganzes definiert, wie ein Schirm, der dein Leben umspannt und  deine fünf Herzenswünsche umfasst. Das sind die fünf Dinge, die du in deinem Leben erlebt oder getan haben möchtest, um sagen zu  können, dass dein Leben glücklich und erfüllt war.​ 

Faden um Faden langsam entwirren​Um meinem Zweck der Existenz näherzukommen, fange ich für mich erstmal an diese Herzenswünsche herauszufinden. Das scheint mir ein guter Anfang zu sein.Was sich immer klarer für mich herauskristallisiert ist, dass einer meiner Herzenswünsche tatsächlich das Pilgern ist und erstmal ganz konkret die Beendigung des Bayerisch-Schwäbischen Weges in Lindau. Und genau da bin ich ja gerade schon dran. ​​Kraftquelle Pilgern​Es geht mir innerlich sehr gut damit, ich mache neue Erfahrungen, treffe andere Menschen, gehe an meine körperlichen Grenzen. Ich  erlebe viel mehr  Natur und stelle fest, wie schön es draußen ist nur als Ruckmensch unterwegs zu  sein. Durch das kontinuierliche Gehen hat man viel Zeit sich mit sich auseinanderzusetzen, anders  als im übervollen Alltag, wo man gerne vor Entscheidungen oder unschönen Gedanken wegläuft oder sie nicht zu Ende denkt. Gedanken unterwegs sind zum Beispiel auch: Was tut mir gut? , und auch, Wer tut mir tatsächlich nicht mehr gut? Es ist schon auch befreiend mal aus einer anderen Perspektive draufzuschauen,  wie der Vogel von oben. Ich verzichte nur auf den Sturzflug, fette Beute mache ich dadurch ja in gewisser Weise auch, für mich in Form von Kraftnahrung.​

Die Erkenntnis am Ende jeder  einzelnen Jakobswegetappe  bisher bestätigt mich jedenfalls und erfreut, wenn ich mir gedanklich auf die Schulter klopfen darf:Du hast es wieder geschafft, obwohl du dir am Morgen wieder viel zu viele Sorgen gemacht hast über die „obs“, „falls“ und "wenn abers" dieses Tages!  Habe mehr Vertrauen in deine Fähigkeiten“.​Spiel- und Spaßplatz Tastatur​Praktisch durch die Erfüllung dieses ersten Herzenswunsches legt sich gerade der Zweite selbst frei, der eigentlich schon seit meiner Jugend besteht, aber jahrelang verschüttet war. Es ist der Wunsch richtig gut zu schreiben.  Aber wie die  Raupe, die sich verpuppt, bevor sie zum wunderschönen Schmetterling wird, befinde auch ich mich noch im Entwicklungsstadium der Puppe und warte auf meine Metamorphose, die im optimalen Moment in einem ersten "Schreibhöhenflug" gipfelt.In der Zwischenzeit hat die Puppe  einen echten Spaß dran stundenlang vor dem Laptop zu hocken, die Texte zu meinen Etappen zu verfassen, zu verbessern, mehr zufällig eine Handvoll Kommata einzustreuen,  die Fotos auszuwählen und das Layout dieser Homepage zu gestalten.  Das ist viel mehr kreativer Modus, als ich in den letzten zwei Jahrzehnten in meinem Verwaltungsjob einbringen konnte. Es erstaunt mich regelrecht wie viel  Zufriedenheit es mir gibt etwas Eigenes  zu schaffen und umzusetzen, was mir wirklich gefällt, in einem Tempo, das ich selbst bestimme.​Ich will unterhalten ​Und der zweite Aspekt am Schreiben, der mir wichtig ist, ist, dass ich meine Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Menschen teilen möchte. Ohne mein Licht unter den Scheffel stellen zu wollen -  ich bin  niemand mit einem hohen inspirierenden Schreibpotential, der mit seinen weisen Worten lebensverändernde Lawinen lostritt und andere gezielt mitreißen kann - sondern vielmehr jemand, der unterhaltsam schreibt und nebenbei informiert. Mir gibt es ein gutes Gefühl, dass man meine Berichte gerne liest,  dass sie Lust auf mehr machen, dass der Leser sich wiederfinden kann, dass  er häufiger Grinsen oder den Kopf schütteln muss. Wer weiß, vielleicht erreiche ich sogar den ein oder anderen ein bisschen darüber hinaus und rege zum Nachdenken über seine Herzenswünsche an? Mache Lust darauf nur ein kurzes Stückchen Jakobsweg  selbst auszuprobieren? Das wäre schon mehr als ein guter Anfang und so viel wert.​Die Suche nach dem Buche​Und plötzlich habe ich wieder einen Faden in der Hand. Diesmal sogar einen Roten.  Ich sehe klar vor mir, was ich eigentlich schon seit Jahren weiß, aber nie formulieren konnte: Ein Buch liegt auf meinem Weg! Schreib ein Buch!  Ein Buch gehört untrennbar zum zweiten Herzenswunsch "Schreiben für andere" dazu.Über das Thema muss ich mir noch klar werden, ob es autobiografischer Natur, ein Pilgerreisebericht (da fällt mir direkt der Titel zu ein: "Pilgerhut tut gut") , ein paar Anekdoten aus meiner Zeit als Standesbeamtin oder eher ein Fantasyroman  werden soll.  Mit letzterem habe ich tatsächlich schon begonnen. Es geht um zwei junge, auserwählte Elche, die ausziehen, um wirre Abenteuer zu bestehen und die Elchheit zu retten. Es gibt Kapitel 1, aber leider wahrscheinlich nie eine Zielgruppe. Man hat mir familienintern nämlich schon zu verstehen gegeben, dass Fantasy nicht so mein Ding sei und ich damit keinen Blumenpott, geschweige denn Leser gewinnen würde, weil ich zu ideenlos sei.  Aber so ganz davon überzeugt bin ich noch nicht. Ich hab auch zu strenge Kritiker. ​Jedenfalls, ich glaube ich brauche vorher noch ein paar Etappen Jakobsweg, bis ich mir genremäßig sicher bin und der Schmetterling sich traut loszufliegen.  Für das Herausfinden der weiteren Herzenswünsche und die Beantwortung der anderen Fragen natürlich auch, wobei da sicher auch eins zum anderen führen wird. Und wer weiß, welche Türen sich beim Pilgern oder im Zusammenhang damit noch öffnen werden? Ich bin gespannt.​So, zu viel Denken auf einmal ist  auch nicht gesund und, da explodieren die Gehirnzellen und nur noch die Grütze bleibt übrig. Das macht hässlich. Ich tauche wieder auf in der Realität aus meinen persönlichen geistigen Höhenflügen.Nein, ich stehe schon lange nicht mehr an der Stelle, von wo ich die Greifvögel beobachtet habe. Ich bin einfach, mitten in Gedanken, wie in Trance dem Weg mit den gelben Muschelschildern gefolgt. Erstmalig verstehe ich die Worte " der Weg ist das Ziel" auf einer neuen Ebene. Die Füße sind wie automatisch weitergelaufen in der letzten halben Stunde, ohne das ich es gemerkt habe. Das erste Mal. ​​

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